Al-Farabi

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  Hayy Ibn Yaqdhan
Ein muslimischer
Inselroman
  ISBN
978-3-902591-01-2
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Al-Farabis voller Name ist Abu Nasr Muhammad Ibn Muhammad Ibn Tarkhan Ibn Awzalagh al-Farabi. Die lateinisierte Kurzform lautet Alpharabius. Al-Farabi wurde um 870 geboren. Seine Herkunft ist strittig, er war entweder persischer oder türkischer Abstammung, kam aber bereits als Kind nach Damaskus, wo er 950 auch verstarb.

Er war einer der bedeutendsten islamischen Philosophen des Mittelalters, ein herausragender Logiker und ein ausgezeichneter Musiktheoretiker. Seine vielfältigen und umfassenden Kommentare zu Aristoteles brachten ihm den Namen "Zweiter Lehrer" (neben Aristoteles als Erstem) ein. Al-Farabis Metaphysik, Kosmologie, Psychologie und Erkenntnistheorie standen in engem Zusammenhang mit seinem politischen Denken.

Emanationstheorie

Al-Farabis Emanationstheorie zufolge geht die Welt von Gott aus, von dem ein erster Intellekt emaniert ("ausfließt"). Dieser Intellekt manifestiert sich durch zwei Akte, den der Gotteserkenntnis und den der Selbsterkenntnis. Die Selbsterkenntnis bewirkt die Manifestation als Körper, nämlich als äußerste Sphäre, während die Gotteserkenntnis das Ausströmen eines neuen Intellekts bewirkt.
Der von dieser Emanation ausgehende Intellekt erlebt einen gleichartigen Erkenntnisprozess, manifestiert sich körperlich als Sphäre der Fixsterne und strömt wiederum einen Intellekt aus. Aus diesem stufenweisen Prozess gehen zehn Sphären hervor, die jeweils einen wirkenden Intellekt besitzen:
Der höchsten Sphäre folgt die Sphäre der Fixsterne, ihr folgen die Sphären von Saturn, Jupiter und Mars, dann die Sphäre der Sonne, die Sphären der Venus und des Merkur, die Sphäre des Mondes und schließlich die sublunare Sphäre, die alles unterhalb des Mondes umfasst - das ist die Welt von Entstehen und Vergehen, der die Erde angehört.

Der Intellekt der höchsten Sphäre ist als unmittelbare Emanation des göttlichen Intellekts am vollkommensten, während die Welt von Entstehen und Vergehen die letzte Emanation des wirkenden Intellekts ist. Dieser Intellekt kann als eine Art erkenntnisvollen Seelenzustands oder als Vernunftseele verstanden werden.

Seelenlehre

Der Mensch in der Welt von Entstehen und Vergehen verfügt über eine solche Vernunftseele und ist daher potenziell zu Erkenntnis fähig. Seinen Intellekt muss er aber erst noch verwirklichen. Eine verwirklichte Vernunftseele wird immateriell und daher vom Körper trennbar. Eine solche erkenntnisvolle Seele erfährt nach dem Tod des Körpers im Verband mit anderen Seelen ewige Glückseligkeit.
Seelen, die sich nicht verwirklich haben, können sich nicht von der Materie trennen und müssen mit ihr untergehen.
Al-Farabi wusste auch von Seelen, die verwirklicht waren, sich aber gegen den Weg der Erkenntnis entschieden hatten. Solche Seelen hatten dann ebenfalls eine immaterielle Existenz verwirklicht, die sie jedoch in großer Qual zubringen mussten.

Schriftliche Hinterlassenschaft

Von al-Farabi sind über 100 Bücher erhalten, 43 davon zur Logik. Viel beachtet werden aber auch seine Schriften zur Musik, wie zum Beispiel kitab al-musiqa al-kabir (Großes Buch der Musik), oder seine soziologischen Werke wie risala fi ara ahl al-madinat al-fadhila (Abhandlung über die ideale Stadt). Über viele Jahrhunderte fand das philosophische Textbuch fusus al-hikam (Siegel der Weisheit) Verwendung, genauso wie kitab ihsa al-´ulum (Buch über die Einteilung der Wissenschaften). Ibn Tufail erwähnt im Vorwort von Hayy Ibn Yaqdhan außerdem folgende Texte: kitab al-milla al-fadhila (Buch über die ideale Religion), as-siyasah al-madamiyyah (Der Musterstaat) und kitab al akhlaq (Buch der Ethik).


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