Ibn Ruschd

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  Hayy Ibn Yaqdhan
Ein muslimischer
Inselroman
  ISBN
978-3-902591-01-2
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Ibn Ruschds voller Name ist Abu al-Walid Mohammed Ibn Ahmad Ibn Mohammed Ibn Ruschd. Die lateinisierte Kurzform lautet Averroës. Ibn Ruschd wurde 1126 in Córdoba geboren und starb 1198 im Exil in Marrakesch.

Er stammte aus einer Juristenfamilie, studierte Recht, Medizin und Philosophie und war Richter in Córdoba.

Die Inkohärenz der "Inkohärenz"

Seine präzise Denkweise stellte Ibn Ruschd in der Schrift tahafut at-tahafut (Inkohärenz der Inkohärenz) unter Beweis. Dieser Text ist eine sehr konkrete und scharfsichtige Entgegnung auf das Buch tahafut al-falasifa (Inkohärenz der Philosophen) von al-Ghazali. Er zitierte dessen Text fast komplett und kommentierte ihn Abschnitt für Abschnitt kritisch.
Mit diesen beiden Schriften ist eine detailreiche Diskussion zur Frage über die Ewigkeit der Welt ausführlich dokumentiert. Es geht dabei aus Ibn Ruschds Text nicht eindeutig hervor, dass er die Ewigkeit der Welt beweisen wollte, vielmehr scheint es so zu sein, dass Ibn Ruschd die Vertretbarkeit des philosophischen Standpunktes, also die rationale Welterklärung, rehabilitieren wollte.
Darüber hinaus hielt er Religion aus gesellschaftlich-moralischen Zwecken für notwendig, weil sie dem Menschen mit ungeschultem Verstand, dem die wissenschaftliche Betrachtungsweise nicht zugänglich war, als Richtschnur diente. Er sah die grundsätzlichen Ziele von Religion und Philosophie als dieselben an. In tahafut at-tahafut beharrte er auf der strikten Trennung beider Disziplinen, weil sie für ihn verschiedene Methoden darstellten, die nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten.

Averroismus

Über Vermittlung Ibn Tufails wurde er dem Kalifen Abu Yusuf vorgestellt und verfasste in dessen Auftrag einen exegetischen Kommentar zu Aristoteles. Diese gründliche Arbeit brachte ihm das spätere Lob der christlichen Scholastiker ein, die Ibn Ruschd als "den Kommentator" bezeichneten.
Im Streit mit muslimischen Traditionalisten wurde Ibn Ruschd 1195 verbannt, seine Lehre verboten und seine Schriften verbrannt. Der Kalif Abu Yusuf, in dessen Diensten Ibn Ruschd stand, hob das Urteil zwei Jahre später, kurz vor dem Tod Ibn Ruschds, wieder auf.
Seine Lehren fanden unter seinem lateinisierten Namen bis in die Frührenaissance Fortführung durch die christliche Scholastik und im jüdischen Averroismus.


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