Ibn Sina
Aus dem Wiki der Edition Viktoria
| Hayy Ibn Yaqdhan Ein muslimischer Inselroman | |
| ISBN 978-3-902591-01-2 | |
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Der Kanon der Medizin
Ibn Sina machte bereits als junger Mediziner wegen seiner großen Heilerfolge von sich reden und war ein begehrter Arzt der Herrscherhäuser. Sein medizinisches Lehrbuch al-qanun fi at-tibb (Der Kanon der Medizin) wurde zur Grundlage wissenschaftlicher Heilkunst im gesamten mittleren Osten und in Europa. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zählte es neben den Werken von Hippokrates und Galen zu den Grundlagen medizinischer Ausbildung.
Das Buch der Genesung
Als nachgefragter Arzt hatte Ibn Sina Zugang zu reichen Bibliotheken, aus denen er autodidaktisch sein Wissen erweiterte. Die Schriften von Aristoteles, Plotin und al-Farabi beeinflussten sein philosophisches Denken.
Im kitab asch-schifaa (Buch der Genesung), seinem metaphysischen Hauptwerk, das sich mit der Heilung der Seele beschäftigt, unterschied er zwischen dem Wesen der Dinge und ihrer Existenz. Er stellte fest, dass Existenz keine notwendige Bedingung des Wesens war und dass von seiner inneren Konsistenz bloß die Möglichkeit zur Existenz abhing. Aus sich selbst seien die Dinge der Welt also immer nur möglich, aber nie notwendig. Und weil sie aber existierten, musste es eine notwendige Ursache dafür geben, die wiederum eine notwendige Ursache hatte und an deren Ende sich eine Existenz fand, deren Notwendigkeit zum Wesen gehörte. Diese notwendige Existenz war Gott, der zugleich Ursache und notwendige Bedingung für alles andere war (Kontingenzbeweis der Existenz Gottes).
Weil also die Welt und die menschliche Vernunft aus dieser selben Quelle stammten, hielt Ibn Sina eine adäquate Erkenntnis der Welt durch die Vernunft für möglich.
Schriftliche Hinterlassenschaft
Im Laufe seines Lebens verfasste Ibn Sina an die 100 Bücher. Er schrieb in Arabisch und auf Farsi (Persisch).
Neben dem erwähnten al-qanun fi at-tibb (Der Kanon der Medizin) und dem kitab asch-schifaa (Buch der Genesung) weist Ibn Tufail besonders auf das heute verloren gegangene al-falsafa al-maschriqiyya (Die orientalische Philosophie) hin.

