Inka
Aus dem Wiki der Edition Viktoria
| Ollanta Ein Inka-Schauspiel | |
| ISBN 978-3-902591-00-5 | |
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Begriffsklärung
- Herrscherbezeichnung
- Inka heißt soviel wie "Herr" und bezeichnete zunächst nur den Herrscher von Tahuantinsuyu, den Sohn der Sonne.
- Dem Namen vorangestellt bedeutet der Begriff "Monarch" oder "Souverän": z.B. Inca Huayna Capac.
- Wenn er zur Anrede für den Sonnensohn verwendet wurde, war ihm meist noch ein Attribut hinzugefügt: z.B. sapa ("alleiniger") Inca oder capac ("mächtiger") Inca.
- Darüber hinaus war es üblich den Inka yaya ("Vater") zu nennen.
- Familienzugehörigkeit
- Inka war weiters die Bezeichnung für alle männlichen, erwachsenen Mitglieder der Familie des Inkas. Die verwandtschaftliche Zugehörigkeit durch beide Eltern war das allein Ausschlag gebende Kriterium. Sie begründete eine besondere Würde. Die Inkas genossen Privilegien in ihrem Staat und hatten die höchsten Ämter in der Verwaltung und in den religiösen Diensten inne.
- Zum Inka konnte man auch ernannt werden, wenn man sich um den Inka verdient gemacht hatte. Die Verleihung dieses Titels war eine besondere Ehre, und ein ernannter Inka war mit speziellen Rechten ausgestattet. Die Privilegien, die einem Inka von Geburt zukamen, konnte er aber nicht in Anspruch nehmen, und seine Inkawürde dehnte sich auch nicht auf die Familie aus.
- "Volk"
- Schließlich ist es in der heutigen Umgangssprache so, dass mit "den Inkas" oft die ganze Bevölkerung von Tahuantinsuyu gemeint wird, die aus verschiedenen indigenen Völkern zusammengesetzt war. Diese hatten Namen, die sich meist aus der Bezeichnung der Gegend, die sie bewohnten, herleiteten (z.B. Yuncas, Chancas, Punas, Chachapoyas).
Weitere Titel und Würden
- Coya war der Titel der Gattin und zugleich ältesten Schwester des Inkas sowie ihrer verheirateten Töchter.
- Ñusta war der Titel der unverheirateten Inkatöchter und der anderen weiblichen Verwandten des Inkas.
- Auqui war die Bezeichnung der dem Inka blutsverwandten Männer bis zu ihrer Verheiratung, danach waren auch sie Inkas. Besonders verdienten Männern wurde in einzelnen Fällen auch ohne Blutsverwandtschaft der Titel eines Auquis verliehen.
- Apu war ein verliehener Titel, der eine sehr hohe Würde im Dienst am Hof und in der Verwaltung ausdrückte. Der Apu-Apu war der Statthalter einer Provinz.
- Huillaj-Umu bedeutet verkündender Seher und bezeichnete den höchsten Priester des Staates. Diese Funktion hatte immer ein sehr naher männlicher Verwandter des Inkas, meist ein Onkel, inne. Als Oberpriester war er in religiösen Fragen die höchste Autorität, hatte doch er alleine die Möglichkeit zur Einsicht in den Willen des Sonnengottes. Dieses Wissen erlangte er unter anderem, indem er Opfertiere untersuchte und befundete, Naturerscheinungen erklärte und Träume deutete.
Inka-Herrscher
Über den Beginn der Herrschaft der Inkas gibt es mehrere Legenden:
Eine besagt, dass Manco Capac und seine Frau und Schwester Mama Ocllo von ihrer beider Vater, dem Sonnengott Inti, auf die Erde geschickt worden waren, um ein Reich zu gründen, in dem sie die Männer die Kunst des Ackerbaus und die Frauen die Kunst der Textilienherstellung lehren sollten.
Eine weitere Legende erzählt von den vier Ayar-Brüdern, die gemeinsam mit ihren Frauen ihre Heimat verließen und durch Eroberungszüge gegen andere Kulturen (Nazca, Mochica, Chavin etc.) ihr eigenes Land vergrößerten.
Das Reich der Inkas bestand zirka 330 Jahre und wurde von 13 Inkas regiert, die jeweils mit ihrer ältesten Schwester oder einer anderen engen Verwandten verheiratet waren:
| Datierung | Inka | Coya | |||
| ca. 1200 | Manco Capac | Mama Ocllo | |||
| ca. 1230 | Sinchi Roca | Mama Coca | |||
| ca. 1260 | Lloque Yupanqui | Mama Caua | |||
| unbekannt | Mayta Capac | Mama Tucucaray | |||
| unbekannt | Capac Yupanqui | Curihipsy | |||
| ca. 1350 | Inca Roca | Mama Micay | |||
| ca. 1380 | Yahuar Huacac | Mama Chicya | |||
| ca. 1410 | Huiracocha Inca | Mama Rondocaya | |||
| ab 1438 | Pachacutek | Mama Anahuarka | |||
| ab 1471 | Tupak Yupanqui | Mama Ocllo II | |||
| ab 1493 | Huayna Capac | Arauna Ocllo | |||
| ab 1529 | Huáscar | Chucuy Huypa | |||
| mit Atahualpa |
Huáscar und Atahualpa waren Halbbrüder und Söhne Huayna Capacs. Huáscar war ein eheliches Kind, Atahualpas Mutter war nicht von Inkablut. Letzterem hätte aus diesem Grund die Inkawürde nicht zukommen können, sein Vater verfügte aber ihm zuliebe die Teilung des Reiches und setzte sowohl Huáscar in Kusko (für den südlichen Teil) als auch Atahualpa in Cajamarca (für den nördlichen Teil) als Inkas ein.
Nach dem Tod des Vaters entbrannte ein Streit zwischen den Brüdern, der zu einem Bürgerkrieg führte, in dem Atahualpa seinen Bruder besiegte und hinrichten ließ. Er wurde auf diese Weise im Jahr 1532 der letzte Inka eines bereits stark geschwächten und zerrütteten Reiches, in das im selben Jahr die spanischen Eroberer eindrangen.
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