Islam
Aus dem Wiki der Edition Viktoria
| Hayy Ibn Yaqdhan Ein muslimischer Inselroman | |
| ISBN 978-3-902591-01-2 | |
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Inhaltsverzeichnis |
Prinzipien
Dem Glauben liegen drei Prinzipien zugrunde, die für alle Muslime gelten: die Einheit Gottes, die Prophetie und der
Jenseitsglaube.
Die Einheit Gottes drückt einen strengen Monotheismus aus. Im islamischen Glaubensbekenntnis, der schahada, bekennen sich die Moslems zu Allah als einzigem Gott. Die schahada lautet: Es gibt keinen Gott außer Gott, Mohammed ist sein Prophet.
Nach dem Prinzip der Prophetie werden viele Männer der Bibel als Propheten für den islamischen Glauben anerkannt, wie zum Beispiel Nuh (Noah), Ibrahim (Abraham), Jaqub (Jakob), Jusuf (Joseph), Musa (Moses), Harun (Aaron), Dawud (David), Sulaiman (Salomon). Isa (Jesus) ist nach islamischer Auffassung derjenige Prophet, der das Kommen Mohammeds ankündigt. Dieser ist gemeint, wenn von "dem" Propheten in der Einzahl die Rede ist. Zur Prophetie findet sich folgende Stelle im Koran: Die Menschen waren (ursprünglich) eine einzige Gemeinschaft (ummah). Dann (nachdem sie uneins geworden waren) ließ Allah die Propheten als Verkünder froher Botschaft und als Warner auftreten. Und er sandte mit ihnen (jeweils) die Schrift mit der Wahrheit herab, um (dadurch) zwischen den Menschen über das, worüber sie uneins waren, zu entscheiden (Koran 2,213; Übersetzung nach Rudi Paret).
Über diese allen Moslems gemeinsamen Glaubensprinzipien hinaus, gibt es weitere Prinzipien wie etwa den Schicksals- und den Engelsglauben bei den Sunniten, das Gerechtigkeitsprinzip bei den Mutazilliten oder das Prinzip des Imamats bei den Schiiten.
Riten
Die islamische Religion schreibt ihren Gläubigen auch bestimmte Riten vor. Dazu gehören das Gebet fünf Mal am Tag (salat), die Almosensteuer (zakat), das Einhalten der Fastengebote während des Ramadan (saum) oder die Pilgerreise nach Mekka (hadsch).
Koran
| Koran 58, 22: ... Allah hat [...] sie mit Geist von sich gestärkt ... |
Die heilige Schrift des Islam ist der Koran (das oft zu lesende Buch). Er enthält das Wort Gottes und besteht aus 114 Suren. Jede Sure trägt einen Namen, nach dem sie zitiert wird. Im Westen ist die Zitation nach Ziffern üblich. Jede Sure beinhaltet ihrerseits jeweils mehrere nummerierte Verse (ayat). Verfasst wurde der Koran im Verlauf von etwa zwanzig Jahren von Mohammed.
Mohammed
Mohammed (der Vielgelobte) wurde um 571 in Mekka geboren. Ab zirka 610 offenbarte ihm Gott durch den Erzengel Gabriel sein Wort, das Mohammed niederschrieb und verkündete. Da diese Lehre zunächst wenig Anklang fand, wurden Mohammed und seine Anhänger 622 gezwungen, Mekka zu verlassen. Der Auszug nach Medina wird Hidschra genannt, und die Suren des Koran unterscheiden sich je nach dem Ort der Offenbarung in mekkanische und medinische.
Sunna und Hadith
Während der Koran die Offenbarung des Wortes Gottes darstellt, berichtet die Sunna (Brauch, Gewohnheit) von Mohammed. Die Sunna bezeichnet die Summe aller Überlieferungen des Propheten, sie enthält seine Aussprüche, seine Taten und sein Dulden (sukut), womit beschrieben wird, was sich in seinem Beisein, also mit seinem Wissen, ereignet und wozu er billigend geschwiegen hat.
Es gibt eine Vielzahl solcher Überlieferungen, die Hadithe genannt werden. Hadith bedeutet Aussage oder Bericht. Die verschiedenen islamischen Traditionen anerkennen verschiedene Hadithe. Eines der von den Sunniten anerkannten Hauptwerke ist der Hadith sahih al-Bukhari (Sammlung al-Bukharis).
Mohammeds Nachfolger
Unmittelbar nach dem Tod Mohammeds gab es bereits die ersten Auseinandersetzungen um seine Nachfolgerschaft. Diese Konflikte waren politisch geprägt, wurden aber theologisch, durch verschiedene Lesarten und Interpretationen der Heiligen Schrift, geführt.
Der erste Kalif nach dem Tod Mohammeds, Abu Bekr, ließ im Jahr 632 die Suren sammeln.
Der zweite Kalif Umar Ibn al-Chattab legte im Jahr 638 eine neue Zeitrechnung fest.
Um 651 wurde unter dem dritten Kalifen Usman Ibn Affan der Koran in seinem Umfang und seiner Reihenfolge festgelegt, und er wurde aus dem Dialekt ins Hocharabische übertragen und in der Form standardisiert, wie er heute vorliegt. Diese Kanonisierung des Koran ging mit der der arabischen Sprache einher. Die sprachlichen Regeln und die Grammatik des Hocharabisch wurden ebenfalls in dieser Zeit der Konsolidierung festgelegt. Der dritte Kalif wurde im Streit um die Nachfolge Mohammeds ermordet.
Ali, ein Schwiegersohn Mohammeds, wurde daraufhin zum vierten Kalifen gewählt, und er wurde zugleich erster Imam. Als dieser setzt er die Prophetie fort und ist nicht nur politisches, sondern auch theologisches Oberhaupt. Diese Bedeutung des Imamats ist ein Prinzip der schiitischen Glaubensrichtung. Sie anerkennt den Imam als Autorität in Fragen der Auslegung des Koran. Er ist religiöser Richtungsweiser.
Die Wahl Alis zum ersten Imam war der Ausgangspunkt für die Teilung der Gläubigen des Islam in Sunniten und Schiiten.
Islamische Wissenschaft
Das islamische Denkgebäude lässt sich anhand seiner Fragestellungen in zwei Bereiche unterteilen:
Zum einen gibt es die Wissenschaft des Wortes, ilm al-kalam, die sich mit den Glaubensfragen und Prinzipien der islamischen Religion beschäftigt (eigentlich: Wissenschaft vom Wort Gottes, Theologie). Es geht dabei um Themen wie die Einheit und die Attribute Gottes, die Prophetie, die Offenbarung, das Jenseits, die Belohnung und Bestrafung, die Vorsehung oder die menschliche Freiheit.
Zum anderen gibt es die religiöse Jurisprudenz, ilm al-figh, die sich mit den Belangen der Verhaltensregeln auseinandersetzt. Ein Teil davon umfasst die vorgeschriebenen Rituale, wie Gebet, Fasten, Pilgerfahrt etc., ein anderer Teil betrifft vertragliche Vorschriften, wie Eheschließung, Erbschaft, Kauf, Tausch, Miete etc.
Weiterführende Links
- Deutsche Übersetzung des Koran von Rudi Paret
- Deutsche Übersetzung des Hadith al-Bukhari von Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul


