Kopten

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  Zär'a Yaqob
Eine äthiopische
Weltanschauung
  ISBN
978-3-902591-02-9
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Aus dem Urchristentum, das sich selbst noch als Teil des Judentums verstanden hatte, waren schon im ersten Jahrhundert u.Z. mehrere Kirchen entstanden. Als Gründer der koptischen Kirche gilt der Evangelist Markus, der in Ägypten lebte und im Jahr 68 in Alexandria starb. Das Wort Kopte kommt vom Arabischen "qubti" und bedeutet "Ägypter". Die koptische Kirche zählt zu den altorientalischen Kirchen.
Der Patriarch der äthiopisch-orthodoxen Kirche, der Abunä, wurde bis ins 20. Jahrhundert durch die koptische Kirche Ägyptens, das alexandrinische Patriarchat, ernannt. In den Zeremonien der äthiopisch-orthodoxen Kirche haben sich bis heute viele urchristliche und jüdische Gebräuche erhalten.

Die wichtigste Version des Alten Testaments in der koptisch-orthodoxen Kirche ist bis heute die Septuaginta. Sie ist eine altgriechische Übersetzung alttestamentarischer Texte aus dem 3. Jahrhundert v.u.Z., die in Alexandria angefertigt wurde. Diese Arbeit haben angeblich 72 Gelehrte in 72 Tagen erledigt, woher der Name "Septuaginta" (LXX, lateinisch für 70) stammt. Sie ist die Quelle vieler Bibelübersetzungen in der koptischen Kirche. Der Text unterscheidet sich in verschiedenen Hinsichten sowohl von der "Vulgata" (lateinische Version der Bibel, Grundlage der römisch-katholischen Kirche) als auch von der hebräischen Fassung (Masoretischer Text). Der Unterschied liegt einerseits darin, dass die Septuaginta Texte enthält, die keinen Eingang in den Bibelkanon gefunden haben und als "Apokryphen" bezeichnet werden. Andererseits unterscheiden sich auch die gemeinsamen Texte inhaltlich voneinander, was an manchen Stellen zu einer verschiedenen Kapitel- und Verszählung führt.

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